Rohrer und die etwas andere Heim-WM
Mit Vizenz Rohrer hat das österreichische Nationalteam einen «Einheimischen» in der Aufstellung. Der Stürmer spielt bereits seit den Minis in der Organisation der ZSC Lions, weshalb dieses Turnier für ihn eine Art Heim-WM ist.
Foto: Andreas Robanser
Vinzenz Rohrer ist unmittelbar hinter der Grenze im Feldkircher Vorort Rankweil aufgewachsen. Dank der Kooperation des Dornbirner EC mit dem EHC Rheintal gehört er zu jenen Vorarlbergern Spielern, die ihre erste Junioren-Lizenz in der Schweiz lösten. Er zählt damit in der National League nicht als Ausländer. Diese Tatsache gepaart mit seinem grossen Talent haben dazu geführt, dass er bereits früh in die Organisation der ZSC Lions gewechselt hat. Die Tatsache, dass Rohrer die Juniorenstufen seit den Minis bei den Zürchern durchlaufen hat, haben dazu geführt, dass Zürich eine zweite Heimat für den Vorarlberger wurde. «Wenn ich mich hier umschaue, sehe ich viele bekannte Gesichter. Ich kenne die Securities, die Eismeister und die Mechaniker», erklärt der Stürmer. Ob dieses gewohnte Umfeld einen Vorteil fürs Turnier darstellt, konnte Rohrer nach reiflichem Überlegen nicht beantworten. Hier muss das Turnier wohl etwas weiter fortschreiten, bis der junge Vorarlberger eine echte Antwort darauf findet.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen
Sicher ist sich Rohrer jedoch, dass sich die WM in Zürich wie ein Heimspiel anfühlt. Vorarlberg ist nicht allzu weit, «deshalb kommen viele Kollegen und die Familie an die Spiele, das macht es schon sehr speziell», gesteht Rohrer. Genau diese Nähe zu Vorarlberg war im ersten Spiel gegen Grossbritannien zu spüren. So kamen am Samstagmittag viele österreichische Schlachtenbummler nach Zürich, um ihre Lieblinge im Startspiel gegen Grossbritannien anzufeuern. Sie sahen dabei, wie Österreich das Startspiel gegen die Britten mit 5:2 gewann. «Das war ein guter Auftakt», erklärt Rohrer. Der Stürmer macht dabei klar, dass die Österreicher auch in diesem Jahr das Minimalziel Klassenerhalt haben. Um das Ziel zu erreichen, sind für unsere östlichen Nachbarn vor allem die ersten beiden Spiele gegen Grossbritannien und Ungarn wichtig. «Dies ist anders, als in den vergangenen Jahren. Ich denke, dass es eine gute Sache ist, dass wir nicht bis zum Schluss warten müssen, bis die wichtigen Spiele kommen», gesteht Rohrer. Zusammengefasst gilt für die Österreicher daher der Grundsatz: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Gestalten sie auch das Spiel gegen Ungarn erfolgreich, wird sich ihren Blick ganz klar nach vorne richten. Wie schon im letzten Jahr wird man dann versuchen den Viertelfinal zu erreichen.
Ein spezielles Duell gegen die Schweiz wartet
Auf dem Weg in ein allfälliges Viertelfinale treffen die Österreicher am Mittwoch auch auf die Schweiz. Beachtet man, dass die ÖEHV-Adler neben den National-League-Spielern Rohrer, Zwerger und Wolf mit Roger Bader auch einen Stadtzürcher als Nationaltrainer haben, wird dieses Spiel wohl für ganz viele ein sehr spezielles Derby werden. Dabei scheinen die Österreicher noch eine Rechnung offen zu haben, schliesslich wurden sie vor Jahresfrist im Viertelfinale gegen die Eisgenossen beim 0:6 etwas unter ihrem Wert geschlagen.
