Der Start ist geglückt, es wartet der Erzrivale
Das Schweizer Nationalteam ist mit sechs Punkten erfolgreich in die WM gestartet. Nachdem das Team in den ersten zwei Spielen gezeigt hat, dass man die Energie der Fans zu guten Leistungen nutzen kann, geht es nun darum sich mit weiteren Siegen eine gute Ausgangslage fürs Viertelfinale zu schaffen.
Die beiden Siege zum Turnierstart hätten unterschiedlicher nicht sein können. Überfuhr man die USA bereits im ersten Drittel, verlief der Start gegen Lettland eher harzig. So brauchte es gegen die Balten nicht weniger als 30 Schüsse, bis der Puck endlich im Tor zappelte. Wenig überraschend sieht Jan Cadieux in der Chancenauswertung eines der grössten Potentiale der Eisgenossen. «Bereits im Spiel gegen die USA hatte ich das Gefühl, dass wir im zweiten Drittel das eine oder andere Tor mehr hätten schiessen können», gestand der Nationaltrainer. Für Cadieux ist deshalb klar, dass sein Team in den nächsten Spielen vor dem gegnerischen Tor noch konsequenter sein muss, damit man die vielen guten Chancen auch in Tore ummünzen kann.
Positiv zu erwähnen ist, dass sich die Schweizer im engen Spiel gegen Lettland nicht entmutigen liessen. Dank der Erfahrung der vergangenen Turniere, hatte man die Gewissheit, dass man solche Spiele am Schluss dann eben doch noch gewinnen kann. Genau dieses Mindset war es dann auch, das Jan Cadieux nach dem gelungenen Start herausstrich. «Ich bin stolz darauf, wie die Jungs herausgekommen sind und welche Energie sie an den Tag gelegt haben», lobt der Trainer. Für ihn ist klar, dass sein Team in jedem Spiel eine hohe Leistungsbereitschaft an den Tag legen muss. «Diese Leistungsbereitschaft haben wir in den beiden ersten Spielen über weite Strecken gesehen», erklärt Cadieux.
Vom Heimvorteil getragen
Ein Faktor, der die Schweizer immer wieder zu guten Leistungen antrieb, war offenbar auch die Stimmung in der zwei Mal ausverkauften Swiss Life Arena. So wurden die Spieler niemals müde auf die gute Stimmung im Stadion hinzuweisen. «Wenn wir die Fans brauchen, dann spüren wir jedes Mal, wie sie uns nach vorne pushen», brachte es Timo Meier auf den Punkt. Anders als noch bei der letzten Heim-WM im Jahre 2009, scheint der Heimvorteil das Team diesmal zu beflügeln. So ist vor allem bei den NHL-Spielern zu spüren, wie gross die Freude ist, dass sie wieder einmal vor Familie und Freunden spielen dürfen.
Powerplay mit Steigerungspotential
Trotz Euphorie und guten Leistungen war den Schweizern klar, dass in den ersten beiden Spielen nicht alles optimal lief. Neben der Chancenauswertung ist aufgefallen, dass das Powerplay über weite Strecken noch nicht derart funktionierte, wie man sich dies von einem Spitzenteam wünschen könnte. Dies war offensichtlich auch Assistenztrainer Marcel Jenni aufgefallen. Als Reaktion auf die fehlende Effizienz in Überzahl stellte er deshalb die Special Teams um. Eine Aktion, die nicht ohne folgen blieb, schliesslich fand Sven Andrighetto den neu ins Powerplay gekommene Damien Riat nach wenigen Sekunden, worauf dem Romand das wichtige 2:1 gegen die Letten gelang.
Es wartet das ewige Duell
Gelegenheit die Powerplaystatistik zu verbessern gibt es im nächsten Spiel gegen die deutsche Nationalmannschaft. Einmal mehr wartet damit das emotionale Derby gegen unseren nördlichen Nachbarn. «Das wird der nächste harte Gegner. Für uns ist deshalb wichtig, dass wir nach dem guten Start bescheiden bleiben», erklärt Cadieux. Für den Nationaltrainer ist klar, dass sich die Eisgenossen in diesem Spiel auf ihre Stärken konzentrieren müssen, um die Deutschen ein weiteres Mal in die Knie zu zwingen. Wie das funktioniert, zeigte man vor einem Jahr, als man Deutschland in der Vorrunde gleich mit 5:1 bezwingen konnte.
