Nach Operation zum Zuschauen verdammt

23.05.26 - Von Pascal Zingg

Jonas Siegenthaler kann auf Grund einer Nackenverletzung nicht an der Heim-WM teilnehmen. Ein herber Rückschlag, wie er selbst sagt. Trotz einer Operation während des Turniers war es dem Verteidiger aber wichtig an der WM dabei zu sein. Eine Tatsache, die zeigt, wie gross der Zusammenhalt in diesem Team ist.

 
Das Verpassen der WM kam bei Jonas Siegenthaler überraschend. Auf Grund von leichten Beschwerden wurde beim Verteidiger der New Jersey Devils nach der Saison ein MRI gemacht. Damals ahnte er noch nicht, wie schlimm die Verletzung ist. «Ich bin nach Hause geflogen, ehe man mir den Befund per Telefon mitgeteilt hat», erinnert sich der Zürcher. Trotz der Verletzung habe er im Anschluss alles versucht, um trotzdem an der WM teilzunehmen. «Jeder Arzt hat mir jedoch gesagt, dass eine Operation nötig ist und ich deshalb null Prozent Chance auf einen Einsatz habe. Dies war eine Art Magenbox. Ich habe deshalb ein paar Tage gebraucht, um die Nachricht zu verdauen», erklärt der Verteidiger.

Operation während der WM

Die nötige Operation liess Siegenthaler in den letzten Tagen durchführen. «Es ist alles gut verlaufen, so dass ich mich nun erholen und auf die neue Saison vorbereiten kann», zeigt sich der Zürcher positiv. Um was für eine Verletzung es sich genau handelt, wollte Siegenthaler nicht ausführen. «Es ist wohl während der Saison passiert und hat mit der Abnützung zu tun», gibt er zu Protokoll. Dabei ist ihm bewusst, dass eine solche Verletzung im Normalfall grössere Beschwerden hervorruft. Gerade deshalb sei die Prognose auch derart überraschend gekommen, führt Siegenthaler aus.

Teamzusammenhalt als grosses Plus

Dass Siegenthaler an der WM trotz Operation möglichst nahe beim Team sein will, zeigt wie gross der Kitt im innersten Kern ist. Der Verteidiger ist offiziell als Mitglied des Betreuerstabs fürs Turnier registriert. «Das Team ist im Grossen und Ganzen gleichgeblieben. Einige haben sogar schon bei den Junioren zusammengespielt. Das macht uns stark und ist auch der Grund, warum die Verletzten ebenfalls da sind», gibt Siegenthaler zu bedenken. Zusammen mit Kevin Fiala und Andrea Glauser, wolle er das Team an diesem Turnier deshalb bestmöglich unterstützen. «Ich habe keine eigentliche Funktion, helfe aber da und dort. Ich bin der Mann für alles», erklärt der Verteidiger.

Guter Start nach schwieriger Vorbereitung

Mit Blick aufs Turnier stellt Siegenthaler fest, dass bei den Schweizer im Moment alles nach Plan läuft. Dies ist vor allem nach der Absetzung von Patrick Fischer und dem anschliessenden Hin und Her in den Medien nicht ganz selbstverständlich. «In der Vorbereitung war etwas Chaos. Nun zeigt das Team jedoch, dass man die Probleme auf dem Eis ausblenden kann.» Ein Grund, dass man so schnell zum Alltag zurückkehren konnte, liege wohl nicht zuletzt daran, dass das Team derart gefestigt ist. Auch hatte man mit Cadieux eine optimale Lösung bereit. «Wir kannten ihn bereits. Er ist ein super Typ und auch sehr schlau. Natürlich war die Situation auf für ihn nicht einfach. Er hat sie jedoch ebenfalls gut gemeistert», lobt Siegenthaler.

Heimpublikum als Faktor

Beeindruckt zeigt sich Siegenthaler indes von der Stimmung in der Halle. «Wenn du in die Halle blickst ist alles und rot und jeder macht mit. Die Stimmung ist so einmalig, dass ich das eine oder andere Mal Gänsehaut hatte», zeigt sich der Zürcher beeindruckt. Dabei ist er sich sicher, dass die Kulisse durchaus ein Faktor sein kann. Ein gutes Beispiel dafür sei die WM in Prag gewesen. «Beide Teams waren im Finale etwas müde. Da haben die Tschechen von den eigenen Fans wohl etwas zusätzliche Energie bekommen», erinnert sich Siegenthaler. Trotz viel Energie von den Rängen müsse man sich jedoch immer bewusst sein, dass die guten Resultate kein Selbstläufer sind. «Wichtig ist, dass du im richtigen Moment ablieferst», weiss Siegenthaler. Der Verteidiger spricht damit an, dass die wichtigen Spiele für die Schweizer in der nächsten Woche erst noch kommen werden.

Zusammen mit Kevin Fiala und Andrea Glauser wird Siegenthaler wohl auch bei diesen Spielen nahe beim Team, um die Nati zumindest auf der moralischen Ebene bestmöglich zu unterstützen.