Organisatoren ziehen eine positive Bilanz
Die Organisatoren der Eishockey-WM 2026 in Zürich und Fribourg ziehen eine positive Bilanz. Sowohl IIHF-Präsident Luc Tardif, als auch der Generalsekretär des Turniers Christian Hofstetter blicken auf ein erfolgreiches Turnier zurück und zeigen sich beeindruckt von der Stimmung in Zürich und Fribourg.
Mit rund 167'000 Zuschauern in Fribourg und 299'000 in Zürich waren alle Spiel der diesjährigen WM in der Schweiz gut besucht. Konkret entsprechen die Zahlen einer Auslastung von 75% in Fribourg, respektive 87% in Zürich. Dass die Zahlen in Zürich etwas höher sind, dürfte daran liegen, dass die Schweiz ihre Spiele in der Swiss Life Arena ausgetragen hat. «Auch an den Spielen ohne Schweizer Beteiligung habe ich viele rote Trikots gesehen. Die Zuschauer haben sich oft Tagestickets gekauft. Dass sie auch an die anderen Spiele kamen, zeigt jedoch, wie sehr sie sich für diesen Sport interessieren», lobte IIHF-Präsident Luc Tardif. Einen positiven Effekt auf Fribourg hatte der Meistertitel des HC Fribourg-Gottéron. «Eishockey war in aller Munde, ob du nun beim Coiffeur oder in einer Bar warst, jeder konnte mitreden», erkannte Viesturs Koziols, IIHF-Vorsitzender in Fribourg. Für Christian Hofstetter lag die gute Auslastung in Fribourg aber auch daran, dass man in der Gruppe B gute Mannschaften mit attraktiven Kadern hatte. «Spieler wie Celebrini oder Crosby haben ihres dazu beigetragen, dass die Leute ins Stadion gekommen sind», ist der WM-Generalsekretär überzeugt.
Knapp 2000 Freiwillige
Damit das Hockeyfest an den beiden Standorten in dieser Form stattfinden konnte, brauchte es ein grosses Engagement der Volunteers. Insgesamt wurden 1950 freiwillige Helfer engagiert. Diese freiwilligen Helfer gaben während 203'000 Arbeitsstunden alles, damit der Event zum Erfolg wurde. Damit die Euphorie rund die WM ins ganze Land und die Welt getragen werden konnte, seien zudem 970 Journalisten anwesend gewesen, wobei die Fernsehcrews mit 620 Mitarbeitern den grössten Anteil der Medienschaffenden ausmachten.
Bedenken beim sportlichen Niveau
Obwohl die Schweizer an der Heim-WM überzeugen konnten, wurde hinter den Kulissen immer wieder über das sportliche Niveau des Events diskutiert. Es ist offensichtlich, dass in einem Olympia-Jahr der Drang der NHL-Spieler nicht gleich gross ist, ihr Land an einer WM zu unterstützen. Gute Beispiele dafür waren die USA, Schweden oder Tschechien, die nach durchzogener Vorrunde die Segel bereits in den Viertelfinals streichen mussten. Neben den fehlenden Stars aus der NHL war ebenfalls auffällig, dass die WM mit 16 Teams zu gross ist. Dies zumal mit Belarus und Russland zwei kompetitive Teams fehlen. Nicht zuletzt dank dieser Tatsache sind Steinzeitresultate, wie das 9:0 der Schweizer gegen Ungarn oder Österreich in den letzten Jahren wieder zur Regel geworden.
Wird der World Cup of Hockey zur Konkurrenz?
Angesichts des teilweise fehlenden Niveaus an diesem Turnier, darf man sich fragen, welchen Einfluss der World Cup of Hockey auf das WM-Turnier haben wird. Dieses, von der NHL organisierte, Turnier soll ab 2028 alle vier Jahre stattfinden. Da der Ligabetrieb in Nordamerika zu dieser Zeit pausiert, ist bereits jetzt klar, dass das Niveau an diesem Turnier grösser sein wird als an einer WM. Es ist also gut möglich, dass die WM damit noch mehr an Attraktivität verliert und das Niveau beim IIHF-Turnier möglicherweise noch weiter sinkt. Damit die WM trotzdem attraktiv bleibt, wird immer wieder ein neuer WM-Zyklus ins Spiel gebracht. Dies würde bedeuten, dass die WM nur dann stattfindet, wenn es kein Olympia-Turnier und keinen World Cup of Hockey gibt. Noch immer scheint diese Option für die IIHF nicht in Frage zu kommen. Zum einen habe man einen Vertrag mit dem Vermarkter Infront, wonach man bis 2033 jährlich eine WM durchführen muss. Zum Andern brauche man die Einnahmen aus dem WM-Turnier, um die Turniere bei den Junioren, den unteren Division und jene der Frauen und Juniren zu finanzieren. «Es bleibt uns also nichts anderes übrig als dafür zu sorgen, dass beide Turniere attraktiv sind», weiss Tardif.
Zukunft von Russland und Weissrussland offen
Wie es gelingen soll neben Olympia und World Cup of Hockey eine attraktive WM zu veranstalten, liess Tardif offen. Ebenfalls nicht in die Karten blicken liess sich der IIHF-Präsident bei der Rückkehr von Russland und Weissrussland. Zwar werden die Weissrussen beim nächsten U18-Turnier in den USA integriert, wann dies bei den Männern passieren soll, ist jedoch unklar. «Es ist ein Unterschied, ob man Weissrussland an einem Juniorenturnier zulässt oder an einem grossen Turnier über drei Wochen. Im Moment laufen deshalb Abklärungen, ob man die Sicherheit bei einem solchen Turnier gewährleisten könnte. Wie wir weiter vorgehen werden wir im Kongress Ende September entscheiden», gibt Tardif zu bedenken.
Blickt man auf die politische Lage im internationalen Hockeyverband, so stehen uns einmal mehr spannende Wochen und Monate bevor. Trotz dieser Unkenrufe darf man die WM in der Schweiz dank guter Auslastung und hervorragender Stimmung aber als Erfolg bezeichnen.
Foto: Thomas Oswald
