NHL: Tortorella garantiert nach Hurricanes Sieg ein Spiel 7

12.06.26 - Stephan Häfliger

Das 5. Spiel eines Stanley Cup Finales ist oft wegweisend. Bisher hat der Sieger dieses Spiels, bei einer 2:2 Ausgangslage, in 75% der Fälle auch den Stanley Cup gewonnen. Bisher haben sich die Teams mit Siegen abgewechselt. Carolina hat sich in Vegas den Heimvorteil zurückgeholt und hatte die erstmalige Führung in der Serie als Ziel.

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Die Hurricanes setzten auch im Spiel 5 wieder auf den jungen Torhüter Brandon Bussi und liessen Frederick Anderson auf der Pressetribüne ausruhen, wie es Rod Brind'Amour am Dienstag genannt hat.

In der 7. Minute kam es zu einer Unkonzentriertheit in der Carolina Abwehr, als Nikolaj Ehlers versehentlich den Puck über das Glass in die Zuschauer beförderte. Im darauf folgenden Powerplay kam Vegas zu ihrem ersten Torschuss und der sass. Pavel Dorofeyev traf für die Knights. Nur 5 Minuten später konnte Ehlers seinen Fehler wieder gut machen, als er niemand anderes als Kapitän Jordan Staal vor dem Tor anspielte und der Ablenker des 37-jährigen Kanadiers flog an Carter Hart vorbei zum 1:1 Ausgleich. Damit hat Staal bisher in jedem der ersten 5 Spiele getroffen, etwas, das es zum letzten Mal vor 70 Jahren gab (Jean Beliveau, Montreal Canadiens). Nur 5.8 Sekunden vor der ersten Sirene erlaubten sich die Canes denselben Spielverzögerung Fehler ein zweites Mal. Diesmal musste K'Andre Miller in der Kühlbox Platz nehmen und die Hurricanes begannen das Mitteldrittel mit 5 gegen 4.

Das Team von Rod Brind'Amour konnte den Nachteil schadlos überstehen und das Spiel war erneut ausgeglichen mit Chancen Hüben wie Drüben. Das Heimteam konnte während ihrem ersten Powerplay des Abends auch in der Schussstatistik ausgleichen, ein Tor gab es allerdings nicht. Nur eine Sekunde nach Ablauf der Strafe knallte Brayden McNabb seinen Gegenspieler Blake mit einem Crosscheck in die Bande und Carolina konnte weiter auf die Führung drücken. Diesmal klappte es. Andrei Svechnikov mit seinem 5. Tor der Playoffs brachte die Prince of Whales Gewinner zum ersten Mal an diesem Abend in Führung. Deutlich von diesem Tor beflügelt dominierten die Hurricanes das Spiel auf einmal. Sie waren fast ununterbrochen im Scheibenbesitzt und drückten auf das nächste Tor. In der 38. war es dann auch soweit. Sebastian Aho brachte die Lenovo Arena zum Explodieren und die Canes führten mit 3:1. Das Drittel ging unter tosendem Applaus der 18,000 anwesenden Fans zu Ende.

Vegas kam wie erwartet mit viel Energie aus der Kabine. Immer wieder musste Bussi für die Hurricanes mit Glanzparaden retten, was von den Fans mit lautstarken “Bussi, Bussi” Rufen gelobt wurde. In der 43. Minute musste Jack Eichel für ein Vergehen auf der Strafbank Platz nehmen. Doch auch Bussi's Gegenüber, Carter Hart, konnte den Spielstand bei 3:1 halten. In der Mitte des letzten Drittels wurde Jalen Chatfield gefährlich mit einem hohen Stock im Gesicht getroffen und Vegas Kapitän Mark Stone wurde für 4 Minuten verbannt. Die erste Strafe verlief ungenutzt, doch 30 Sekunden nach Beginn der zweiten erhöhte Svechnikov nach einem Traumhaften Spinorama Zuspiel von Ehlers zum 4:1. In dieser Serie haben wir gelernt, dass kein Vorsprung jemals sicher ist. Das musste den Spielern nach dem 4:2 durch Dorofeyev in der 54. Minute durch den Kopf gegangen sein.

Mit einer konzentrierten Abwehrleistung kämpften die Canes Minute für Minute herunter. Knapp 3 Minuten vor dem Ende tat John Tortorella was er tun musste und ersetzte Hart durch einen 6. Feldspieler. Ehlers, der zu diesem Zeitpunkt mit bereits 3 Assists auf dem Matchblatt glänzte, wiederholte seinen Fehler vom ersten Drittel und schoss den Puck diesmal in die gegenüberliegende Zuschauertribüne.

Mit 6 gegen 4 war die Mission Anschlusstreffer für Vegas lanciert. Vegas zauberte, schoss und drückte, aber die Hurricanes hielten dagegen und brachten den dritten Sieg ins Trockene.

Nach dem Spiel schien der Vegas Coach mehr als überzogen, in der Nacht auf Donnerstag wieder in Carolina anzutreten. Er erzählte den Journalisten, dass er seine Kleider im Hotel lassen werde, denn er komme hierher zurück. Weniger Freude zeigte er auf die Frage, ob er daran dankte, nach dem Tor zum 4:2 Carter Hart durch Adin Hill zu ersetzen. “Das ist die dümmste Frage, die ich je gehört habe", gab er zu Protokoll. Das Spiel in der Nacht auf Montag in Vegas lässt also auf ein Spektakel hoffen.

Resultate:

Carolina Hurricanes - Vegas Golden Knights (Schmid überzählig) 4:2 Stand (3:2)

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