NHL-Draft: Steiner an 171. Stelle gezogen

28.06.26 - Roman Badertscher / Martin Merk

Am zweiten Tag des NHL Draft 2026 wurde Lars Steiner an 171. Stelle von den St. Louis Blues gezogen. Zwei weitere Spieler mit Schweiz-Bezug wurden gedraftet. Die drei Top-Draftpicks, weitere Überraschungen und Enttäuschungen im Überblick.

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Es war eine späte Erlösung für Lars Steiner. Später als erwartet wurde der 18-jährige gebürtige Bündner von der Organisation der St. Louis Blues in der sechsten Runde gezogen. Steiner erzielte in der QMJHL in 44 Spielen für die Rouyn-Noranda Huskies 30 Tore und 25 Assists. Zu Beginn der Saison wurde er noch als möglicher Kandidat für die späte erste oder frühe zweite Runde gehandelt. Unter anderem aufgrund von Verletzungsproblemen, stürzte er im Ansehen der Scouts aber weit zurück.

Als Nummer 1 Draft wurde wie erwartet der Kanadier Gavin McKenna von den Toronto Maple Leafs gezogen respektive sorgte auf der Bühne Maple-Leafs Fan und Sänger Justin Bieber für die öffentliche Verkündung des diesjährigen Nummer 1 Draft-Picks. McKenna wurde vorab durch die Organisation der Maple Leafs bereits telefonisch über den Entscheid informiert. Dahinter folgte mit dem Schweden Ivar Stenberg, der zuletzt an der WM in der Schweiz sein Können unter Beweis stellte, der erste Europäer, dessen Rechte sich die San Jose Sharks gesichert haben. Nummer Drei wurde Caleb Malhotra, der wie von ihm im Vorfeld erträumt von den Vancouver Canucks gezogen wurde. Eine schöne Familien-Geschichte: Sein Vater Manny Malhotra wird nächste Saison Head Coach der Vancouver Canucks und damit sein Trainer.

Für eine erste Überraschung sorgte Alberts Smits, der als Fünfter durch die New York Rangers gewählt wurde. Smits ist damit der an höchster Stelle gezogene Lette bei einem NHL Draft. Drei weitere Letten kamen am zweiten Draft-Tag hinzu. Mit vier Letten in einem Draft wurde ein neuer Rekord durch das kleine aber absolut fanatische Eishockeyland aufgestellt.

Simas Ignatavicius schaffte es als erst dritter Litauer in der Eishockeygeschichte nach Darius Kasparaitis und Darius Zubrus, bei einem NHL-Draft gezogen zu werden. Ignatavicius kam mit zwölf Jahren zu Genf-Servette, durchlief dort den ganzen Nachwuchs und erzielte in 52 Spielen in der vergangenen National League-Saison sieben Tore und sechs Assists.

Als weiterer Spieler mit Schweiz-Bezug wurde Ryder Cali gedraftet, der in Lugano geboren wurde und seine ersten Lebensjahre dort verbrachte. Eishockey spielte er da nicht, oder höchstens im Bauch seiner Mutter, der früheren Lugano-Spielerin Fiona McLeod. Nach ihrer Karriere lebte die Familie auf den Cayman-Inseln und zogen später zurück nach Kanada, wo seine Mutter ihn coachte. Nun geht es wieder zurück zu den Palmen. Die Florida Panthers haben ihn in der zweiten Runde an 48. Stelle gewählt.

Eine weitere Überraschung gab es für ein deutsches Nachwuchstalent. Tobias Krestan wurde von den Los Angeles Kings in der siebten Runde an 209. Stelle gezogen. Als einziger deutscher Pick in diesem Jahr war er nicht auf dem Radar des Central Scouting Service und wurde dadurch im Ranking nicht aufgeführt. Der in Hanau geborene Stürmer war die letzten drei Jahre im Nachwuchs von HV71 und erzielte für das dortige U20-Team in der abgelaufenen Saison acht Tore und zehn Assists in 21 Spielen.

Ein bitteres Ergebnis im Draft gab es für Österreich. Das aussichtsreichste Talent Leon Kolarik wurde von allen NHL-Teams übergangen. Damit ging Österreich erstmals seit 2019 zweimal in Folge beim NHL-Draft leer aus.

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