Fribourg-Gottéron erstmals Meister!
HC Davos
HC Fribourg-Gottéron
Spielbericht
Die Serie und auch Spiel 7 gingen hin und her und die Verlängerung entschied schliesslich zu Gunsten von Fribourg-Gottéron. Der Club holte seinen ersten Meistertitel und schenkte ihrem Captain Julien Sprunger in dessen letzten Spiel der Karriere einen filmreifen Abgang von der grossen Bühne.
Drei Tore benötigte es für den Sieg – wie so oft in dieser Serie. Zweimal trafen die Freiburger dabei im Powerplay, darunter auch den Siegestreffer von Lucas Wallmark – ausgerechnet der Schwede, der den Trainer Roger Rönnberg dem Vernehmen nach nicht sonderlich mag und aus seinem Vertrag aussteigen möchte. Er macht seinen Abgang nun immerhin als Meisterschütze.
Geschichte schrieben die Freiburger an jenem Ort, an dem sie sich besonders wohlfühlen. Vor ziemlich genau 16 Monaten gewannen sie hier mit dem Spengler Cup ihre erste wichtige Trophäe, vor 24 Jahren bestritt hier Sprunger sein erstes NL-Spiel und nun, an diesem 30. April 2026, den so langersehnten, ersten Meistertitel.
«Jeder, der dem Club nahesteht, weiss, was es bedeutet, hier oben zu stehen», sagte Christoph Bertschy, dem die Worte vor lauter Emotionen auszugehen schienen, in der Liveübertragung.
«Ich habe keine Worte. Es ist das beste Geschenk, das wir für den Kanton Freiburg, aber vor allem für Julien Sprunger machen konnten», sagte Yannick Rathgeb.
Sprunger, der 40-jährige Captain, ging mit dem Club durch Höhen und Tiefen und hatte bislang wie viele andere Clublegenden den Meistertitel schon knapp verpasst. Nun, im letzten Spiel seiner Karriere, kann er mit dem grössten Erfolg der Clubgeschichte abtreten. Um 23:12 konnte er die Trophäe entgegennehmen. Diesen Moment, von dem man in Fribourg heute, gestern, jahrelang geträumt hat.
«Es ist unglaublich. Es ist ein Traum. Ich habe die ganze Karriere so hart gearbeitet um diesen Tag zu erleben mit diesem Leibchen. Leute bei uns haben so hart gearbeitet. Es hat Zeit gebraucht, aber nun haben wir es geschafft», sagte Sprunger gegenüber MySports. «Letzte Saison dachte ich ans Aufhören, hatte ein langes Gespräch mit Roger Rönnberg und sagte, ich gebe es noch eine Chance, vielleicht klappt es mit dem Titel. Es war vielleicht die beste Entscheidung meines Lebens.»
Torreich war die Partie im Startdrittel, in welchem Fribourg-Gottéron früh in Überzahl in Führung ging als Henrik Borgström mit einem Handgelenkschuss traf.
Die Davoser suchten den Ausgleich, doch stattdessen erhöhte Jamiro Reber auf Zuspiel von Patrik Nemeth in der 14. Minute auf 2:0. Noch weiter davon kamen die Freiburger diesmal aber nicht. Klas Dahlbeck verkürzte drei Minuten später auf 2:1.
Der HC Davos hatte auch in dieser Partie mehr Torschüsse, 32:23, und machte auch in diesem Spiel weniger daraus als ihr Gegner. Auch im Mitteldrittel machten die Bündner Druck, suchten den Ausgleich, scheiterten aber immer wieder am Gottéron-Torhüter Reto Berra, der nach acht Jahren beim Club mit seinem ersten Meistertitel als Stammtorhüter abtreten kann.
In der 49. Minute wurden die HCD-Fans schliesslich doch noch erlöst. Nach Seitenwechseln in der Davoser Powerplay-Formation traf schliesslich Filip Zadina nach gutem Querpass von Calle Andersson.
Während sich das Spiel der Verlängerung näherte, gab es durchaus Chancen hüben wie drüben, den Meistertitel in regulärer Spielzeit zu erringen. Davos erhielt sechs Minuten vor Schluss nochmals ein Powerplay wegen einem unnötigen, aber klaren Halten von Lucas Wallmark in Angriffsdrittel. Das Tor fiel jedoch nicht und kurze Zeit später scheiterten die Bündner auch mit einem Lattenschuss als Tino Kessler rechts an der Bande die Scheibe gewann und nach links zu Yannick Frehner passte, der an der Torumrandung scheiterte. Auf der anderen Seite sorgte Christoph Bertschy mit dem Versuch eines «Buebetrickli» für Nervenkitzel beim HCD-Goalie Sandro Aeschlimann.
Wie so oft in der Serie stand es 2:2 und das dritte Tor eines Teams soll den Meistertitel entscheiden. Hierfür musste die Verlängerung her. Diese begann glücklich für die Freiburger. Andersson befreite über das Plexiglas und erhielt dafür eine Strafe. Das Freiburger Powerplay, anfänglich in dieser Serie das grosse Sorgenkind, funktionierte erneut und Wallmark traf mit seinem satten Schuss vom rechten Bullykreis ins Davoser Herz, ins Freiburger Glück.
Rund 20'000 Fans jubelten beim Public Viewing in und um die BCF Arena und warten nun auf die Rückkehr ihrer Lieblinge und einer langen Meisternacht.
